Wasser

Wasser

….. das tut heute gut! Denn bereits um 9:00 in der Frühe ist es stickig schwül – nicht angenehm für den gealterten Organismus. Trotzdem murkle ich etliche Stunden in der Hitze an Haus und Hof herum, befreie einen kleinen Vogel aus seinem Gefängnis hinter der Verkleidung des Hauses, hänge die Werkstatttür durch einen Zwischenring 5 mm höher, reinige die Gosse von Unkraut – bis es mir reicht und ich die schwarze Enfield aus der Scheune hole. Und wegen der Hitze nehme ich mir heute Wasser als Ziel: Die Hungener Seenplatte. Zwischen den vielen kleinen Baggerseen, Tümpeln, Bächen und Sümpfen erhoffe ich mir eine angenehme Brise gegen die Hitze.

Royal Enfield Bullet 500ES
In der Hungener Seenplatte, auch das Schäferland genannt, bin ich ja relativ schnell – obwohl ich heute einen ziemlichen Umweg wähle. Und ich bin wild entschlossen, heute mehrere Gewässer direkt anzufahren, was dem Kradisten allerdings nicht leicht gemacht wird. Als erstes wähle ich einen größeren Baggersee aus, der eigentlich einem Angelverein vorbehalten ist. Durch ein kleines Waldstück komme ich hier direkt ans Ufer. Eine Hand voll Angler ist tolerant und meckert nicht – wahrscheinlich auch wegen des satten und dennoch leisen Motorgeräusches der Enfield. Hier kann man es wirklich aushalten und ein paar ganz ruhige Stunden verbringen – aber so lange halte ich das natürlich nicht aus.
Royal Enfield Bullet 500ES
Das nächste Ziel sind eine Handvoll Tümpel in einem Sumpfgebiet. Auch hierhin ist die Zufahrt gesperrt, aber heute wird das komplett ignoriert. An diesem Ort ist besonders auffällig, dass sich eine größere Frosch-Kolonie gegenseitig anquakt. Von den Tieren sehe ich zwar nichts, höre aber umso mehr. Und das Quaken ist tatsächlich das einzige Geräusch hier.
Royal Enfield Bullet 500ES
Ein Stückchen weiter hat ein Reiher-Pärchen einen Tümpel in Besitz genommen.
Hungener Seenplatte
Ich komme ganz schön nah an die Tiere heran. Noch näher geht nicht, da besteht die Gefahr, im Sumpf zu landen.
Royal Enfield Bullet 500ES
Weiter zu meinem erklärten Lieblingssee, den ich schon seit Jahren unregelmäßig besuche. Der See ist voller abgestorbener Bäume und so ist hier ein ganz besonderes Biotop entstanden. Abends oder gar nachts könnte das hier sogar ein wenig gruselig werden.
Hungener Seenplatte
Jetzt aber, bei hellem Sonnenschein, ist es hier sehr schön und ich beobachte einen einsamen Schwan beim Gründeln. Ab und zu fliegen Wildgänse über den See hinweg und man hört lange ihre Rufe.
Hungener Seenplatte
Auf einem der abgestorbenen Bäume hat ein Storchenpaar sein Nest errichtet. Ist eine richtige Idylle hier, sehr schön.
Royal Enfield Bullet 500ES
Gegen 18:00 verlasse ich die Hungener Seenplatte und fahre über das Horlofftal zu Hermanns Brünnchen.
Die Horloff bei Friedrichshütte
Der Ort passt durchaus zu meinem heutigen Thema, auch wenn es hier keinen See gibt. Aber die Horloff plätschert hier ein paar Kilometer an der Strasse entlang.
Royal Enfield Bullet 500ES
Jetzt fällt mir auf, dass sich der Himmel zugezogen hat und es wird richtig dunkel. Also wird einen Gang höher geschaltet und ich beeile mich etwas auf dem Weg zurück an den Rand des Vogelsberges.
Royal Enfield Bullet 500ES
Ab Freienseen sind die Straßen jetzt richtig nass – hier muss es also ordentlich geregnet haben. Später erfahre ich, dass sogar ein starker Hagelschauer niedergegangen ist. Ich aber komme trockenen Fusses bis in die heimische Remise und am Horizont in Richtung Westen klart es auch schon wieder auf.

Am Ende des Tages habe ich dann fast auf den Tachostrich genau 100 Kilometer gefahren – sehr schöne Kilometer. Wasser habe ich genug gesehen und durch die Beobachtung von Flora und Fauna fühle ich mich entspannt – sehr entspannt. Hat Spaß gemacht.

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