Ich habs ja nicht geglaubt

Ich habs ja nicht geglaubt

….. dass ich in diesem Jahr noch eine Chance auf einen schönen Ausritt mit einer Bullet bekomme. Aber das war ein Irrtum – zum Glück.

Schon am frühen Morgen beim Reinholen der Tageszeitung zeigt das Thermometer 10°C an, und das um 8:00 morgens. Ein paar Stunden später nach der Hunderunde ist der Zeiger gar schon auf 15°C geklettert. So einen Dezembertag habe ich im Vogelsberg noch nicht erlebt und da ist es wohl kein Wunder, dass ich um 13:30 meine No. 2, also die schwarze ES, into live kicke. Ich erhoffe mir ein paar schöne Kilometer und, noch wichtiger, ich kann dann doch noch den Jahresend-Ölwechsel durchführen.

Royal Enfield Bullet 500 ES
Ein ganz kleines bisschen zickt No. 2 heute beim Starten rum – aber nur, weil ich ihr den Choke gönnen will. Braucht sie aber nicht – nicht bei 15°C.

Schon auf den ersten Kilometern ist es wieder da – das berühmte Enfield-Grinsen. Die Bullet läuft aber auch traumhaft, und das Wetter ist beinahe überirdisch schön. Dazu kommt eine unglaubliche Weitsicht, und schon vom kleinen Hügel bei Sellnrod aus kann ich die Höhenzüge des Taunus und den charakteristischen Aussichtsturm auf dem Großen Feldberg erkennen – und zwar klar und deutlich.

Die meisten Straßen sind bereits trocken und nur in den Senken der Waldgebiete liegt noch Feuchtigkeit. Der tagelange Regen der letzten Tagen dürfte auch das bereits gestreute Salz wieder abgewaschen haben. So genieße ich bei angenehmer Temperatur jeden Kilometer.

Royal Enfield Bullet 500 ES
Im Horlofftal befinde ich mich dann exakt zwischen den beiden Mittelgebirgen Vogelsberg und Taunus und kann von einer kleinen Erhebung bei Ulfa aus sowohl den Großen Feldberg als auch …….
Royal Enfield Bullet 500 ES
….. den Hoherodskopf klar und deutlich sehen.
Royal Enfield Bullet 500 ES
Jetzt bollere ich 80 Kilometer durchs Horlofftal, die Hungener Seenplatte, den Laubacher Wald und das Licher Umland. Herrlich, wie die gute Bullet mit 90 km/h durch die Landschaften zieht, das entschädigt für die miesen letzten beiden Monate mit Dauerregen oder Kälte und Salz. Selten habe ich eine Fahrt so genossen wie heute.
Royal Enfield Bullet 500 ES
Bei 15°C ist auch keine Winterkleidung notwendig, nur bei den Handschuhen hab ich zu der warmen Ausführung gegriffen. Jedenfalls kommt zu keinem Zeitpunkt ein Gefühl der Kälte auf.
Royal Enfield Bullet 500 ES
Insgesamt kommen dann fast 100 Kilometer zusammen, als ich bei beginnender Dämmerung wieder am Rande des Vogelsberges ankomme.
Royal Enfield Bullet 500 ES
Nach der Fahrt ziehe ich mich blitzschnell um und gönne der braven No. 2 endlich den wohlverdienten Ölwechsel, natürlich komplett mit Filter und dem obligatorischen Schuss Mathy M.
Royal Enfield Bullet 500 ES
27.474 Kilometer hat die Bullet jetzt gelaufen und davon sind mehr als 15.000 von mir gefahren. Bisher hat sie sich als zuverlässiges Krad gezeigt und für jede Menge Fahrspaß gesorgt. Möge es noch lange so weiter gehen.
Die Kommentare sind geschloßen.