Damit die Reihenfolge stimmt

Damit die Reihenfolge stimmt

….. und weil die gestrige Ausfahrt mit der kleinen Vespa so schön war, gibt es heute das Rollout 2020 mit meiner No.1, der grauen Enfield. Zwar sollte ich heute eigentlich den längst überfälligen Hinterreifen wechseln, aber das Wetter ist einfach zu schön – und so runde 1,8 mm Profil hat der Avon SpeedMaster ja noch. 

Um der Sonne etwas Zeit zu geben, den Vogelsberg weiter aufzuwärmen, kicke ich erst gegen 14:00 die Enfield into life – was wie schon gestern erstaunlich gut klappt: Mit gezogenem Choke den Motor ca. 10 mal durchtreten, dann den Choke wieder schließen und ohne Gas kicken. Und schon bollert der alte Langhuber vor sich hin.

Schon auf den ersten Kilometern wird wieder deutlich, wie viel Spaß ich mit meinen Enfields habe. Nichts gegen die Vespa, die mag ich sehr und genieße auch jede Fahrt mit der Italienerin. Aber gegen das urige Fahrgefühl des indischen Langhubers kann eigentlich nichts anderes anstinken. Ich bin eben doch ein überzeugter Bulletfahrer.

Auch heute lasse ich mich auf Umwegen nach Schotten treiben, fahre weiter nach Nidda, um anschließend ein wenig durch die Wetterau zu bollern und kurve dann großräumig über die Hungener Seenplatte zurück an den Rand des Vogelsberges. Das ist eine schöne kleine Runde von etwas mehr als 100 Kilometern – genau richtig für ein Rollout.

Enfield Bullet 500
Wunderbar ist die Strecke zwischen Wohnfeld und Schotten, und bis zum Flugplatz bin ich auf der Straße völlig allein. Corona sorgt wohl wirklich für reduzuierte Sozialkontakte und damit für weniger Verkehr.
Enfield Bullet 500
Der schöne Marktplatz in Nidda mit seinen Cafes und Eisdielen ist beinahe wie ausgestorben. Auch ich halte mich an die Empfehlung, Sozialkontakte zu reduzieren und verzichte damit auf Cappuccino, Schokolade, Früchtebecher und Mohnkuchen. Ausserdem ist heute, wie jeden Montag, mein persönlicher Fastentag – Stichwort Intervallfasten.
Enfield Bullet 500
In der Wetterau ist es wie beinahe immer tatsächlich noch etwas schöner und wärmer als im Vogelsberg. Das führt dazu, dass ich keinerlei Stopps einlege und erst wieder im Tal der Horloff an Hermanns Brünnchen anhalte.
Enfield Bullet 500
Bei Gonterskirchen lenke ich die Enfield noch einmal in Richtung Schotten, um die B276 in Richtung Laubach zu befahren. Auch hier habe ich die Straße quasi für mich. Hinter einer engen Kurve jedoch stehen am Straßenrand mehrere Motorräder und ich befürchte schon den ersten Unfall auf dieser berüchtigten Strecke. Aber dem ist nicht so, sondern die Motorradfahrer helfen einem Kleinwagenfahrer, der seinen Flitzer im Straßengraben versenkt hat. Könnte nicht-angepasste Geschwindigkeit gewesen sein.
Enfield Bullet 500
Am Ende des Fahrtages haben wir etwas mehr als 100 Kilometer zurück gelegt, und ich habe für ein paar Stunden ein wenig Abstand zu den unerfreulichen Ereignissen dieser Tage bekommen.

Ah ja, noch ein Wort zur neuen Sitzbank. Die hat ja jetzt einen Schaumstoffkern, der sich beim Anfassen anfühlt wie ein Stück Holz. Bei Sitzen jedoch entpuppt sich das als äusserst angenehm und bequem, weil sich nichts mehr durchsitzt. Es stimmt also wirklich: Weiche Sitze taugen nichts und bieten keineswegs den erhofften Komfort. Besser ist wirklich die gesunde Härte. Mein Dank an Matthias, den Erbauer meiner Sitzbank.

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