Verlustreich

Verlustreich

… ist meine heutige Reifenaktion an der schwarzen ES! Dabei war doch der Reifenwechsel letzte Woche mit dem Avon SpeedMaster ausgesprochen erfreulich und hat sogar ein wenig Spaß gemacht. Aber heute läuft alles anders, und ich befürchte, es liegt am Reifen, genauer, am Heidenau-Reifen.

Reifenwechsel an der Bullet
Alles beginnt mit dem Radausbau, den ich gar nicht genug loben kann. Da hat Royal Enfield eine vorbildliche Lösung fabriziert, von der sich auch moderne Kräder noch eine Scheibe abschneiden können. Ruckzuck ist das Rad draußen.
Enfield Bullet Reifenwechsel
Die Mitnehmergummis sind neuwertig, die Radlager ebenfalls – es bleibt also heute nur beim Reifenwechsel. Und jetzt beginnt das Drama! Bereits das Aushebeln der ersten Zentimeter geht wesentlich schwerer als letzte Woche beim Avon.
Enfield Bullet Reifenwechsel
Das mühsame Entfernen des Altreifens gibt mir einen Vorgeschmack auf das Aufziehen des neuen Pneus. Beim Abziehen beschädige ich auch noch den Schlauch, den ich eigentlich gern noch mal verwendet hätte. OK, ist eigene Blödheit und Schläuche hab ich immer im Bestand. Jedenfalls ist der alte Reifen jetzt runter.
Enfield Bullet Reifenwechsel
Das Drama steigert sich weiter! Die harte Flanke des Heidenau in Verbindung mit den besonders dicken Butyl-Schläuchen von Michelin macht sogar das Einlegen des Schlauches in den halb aufgezogenen Reifen mühsam.
Enfield Bullet Reifenwechsel
Das allerschlimmste aber ist das Einfädeln des Ventils in die Bohrung der Felge! Erschwerend ist dabei noch die gewölbte Scheibe, die zwischen Schlauch und Felge auf dem Ventil sitzt.

Irgendwann habe ich es aber doch geschafft, das Ventil einzuführen und hebele nun den Mantel komplett in die Felge. Die letzten Zentimeter sind eine wirkliche Qual, aber dann sitzt alles prima an seinem Ort. Jetzt der Lufttest – und der nächste Schock: Ich höre das unheilvolle Geräusch entweichender Luft. Tja, da hilft nix, der Schlauch muss wieder raus. Und natürlich habe ich es geschafft, auch diesen dicken Butylschlauch mit den Montierhebeln zu beschädigen.

Jetzt erst einmal ruhig durchatmen, dann einen weiteren Schlauch aus dem Bestand holen und dann völlig entspannt und ruhig die Aktion wiederholen. Und was soll ich sagen: Diesmal klappt alles. Nicht dass es jetzt einfacher ginge, aber ich arbeite doch ein wenig besonnener und richte keinen weiteren Schaden an. Nun habe ich zwar schon mehrfach im Netz gelesen, dass das Aufziehen von Heidenau-Reifen besonders mühselig sei, aber so richtig geglaubt hab ich das nicht – bis heute. Das wäre ja fast ein Grund, einen anderen Reifen für die Bullets auszusuchen. Andererseits mag ich die Heidenau ja auch.

Enfield Bullet Reifenwechsel
Der Radeinbau mit frischem Fett und etwas Talkum flutscht dagegen perfekt.
Enfield Bullet Reifenwechsel
Der Nachteil bei meiner Do-it-yourself-Aktion ist natürlich, dass ich jetzt zwei Altreifen entsorgen muss. Im Gegensatz zum Avon ist der Heidenau aber auch bis zum bitteren Ende abgefahren, da ist kein Milimeter Gummi mehr auf der Mittelrille.
Royal Enfield Bullet
Den heutigen Reifenwechsel habe ich eigentlich deshalb vorgenommen, weil für den Vogelsberg Regen vorher gesagt wurde. Natürlich gibt es keinen Regen und ich hätte auch eine schöne Ausfahrt machen können, anstatt mir diese Materialschlacht anzutun. Kurz denke ich über eine Reifen-Einfahr-Runde nach, verzichte dann aber doch darauf. Das mach ich besser morgen.
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