Heut ist der Wurm drin

Heut ist der Wurm drin

Ganz eindeutig ist auf der heutigen Fahrt mit No.1 der Wurm drin! Es fängt zunächst gut, sogar besonders gut, an, denn die Graue springt perfekt an – ein rechtes One-Kick-Wonder. Auch die ersten Kilometer laufen prächtig, so prächtig, dass ich erst nach 60 Kilometern mal anhalte. Bis dahin ist also alles gut und die Welt noch in Ordnung.

Das Wetter ist sogar beinahe unheimlich schön, nicht nur sonnig, sondern auch warm und windstill. Und je weiter ich in die Wetterau hinein fahre, umso wärmer wird es – das ist ja auch der Sinn der Sache. Allerdings ist der Verkehr auch sehr stark, wobei ich sicherlich auch durch die verkehrsarme Corona-Zeit verwöhnt bin. Diese Ruhe auf den Straßen ist aber mittlerweile völlig dahin.

Enfield Bullet 500
Schnell durchs Horlofftal, dann ein paar Kilometer der Horlofftal-Bahnlinie gefolgt, Bad Salzhausen sanft umfahren, eine Schleife über Reichelsheim und Bingenheim gedreht und dann weiter in Richtung Ranstadt. Zwischendurch gabs allerdings noch mal eine Ladung frischen Sprit auf der Harb. Und jetzt fangen so langsam die Probleme an: Der Motor läuft unrund und tourt nicht sauber ab und gleichzeitig zickt die Schaltung herum und will mit Nachdruck bewegt werden.
Enfield Bullet 500
Ich schaue kurz nach Vergaserundichtigkeiten und womöglich lockeren Schrauben am Leerlauffinder, aber zu sehen ist nichts. Dennoch beschließe ich, weiter zu fahren und im Dreieck Nidda-Ranstadt-Ortenberg die herrlich kleinen Verbindungsstraßen zu genießen.
Enfield Bullet 500
Ortenberg selbst durchfahre ich flott und halte nur kurz am Ortsrand mit dem schönen Obertor an. Die Schaltungs- und Vergaserprobleme sind nach wie vor ein Thema.
Enfield Bullet 500
Dennoch genieße ich die traumhafte Straße von Ortenberg nach Usenborn. Kurz vor Hirzenhain aber muss ich tatsächlich noch einmal halten und nach dem hakeligen Leerlauffinder schauen.
Enfield Bullet 500
Ja, heute bin ich mit meiner Grauen so gar nicht zufrieden! Etwas später und kurz hinter Hirzenhain geht die Maschine sogar mit einem kurzen Puff im Standgas aus – springt aber zum Glück sofort wieder an.
Enfield Bullet 500
Über Glashütten fahre ich nun zurück in den Vogelsberg, über dessen Anblick ich heute ganz besonders froh bin. Denn so ein rechter Genuß war die Fahrerei heute nicht. Obwohl: Auf den letzten Kilometern ist plötzlich alles wieder in Ordnung, das Standgas stimmt und das Getriebe schaltet sich wie gewohnt. Sehr seltsam. Jedenfalls komme ich nach 150 Kilometern dan doch wieder etwas versöhnt mit der Grauen zu Hause an.

Ein richtige Ursache kann ich aber nach einer schnellen Untersuchung nicht finden. Da muss ich wohl doch noch mal ran und nach Kupplung, Schaltung und Vergaser sehen. Möglich ist aber auch, dass der frische Sprit von der Harb nicht ganz gut war und die Maschine deshalb etwas sonderbar lief. Oder ein Krümelchen hatte sich im Vergaser irgendwo vor eine Bohrung gesetzt. Naja, heute gehe ich der Angelegenheit nicht mehr auf den Grund. In der nächsten Woche soll es ja wieder regnerich und richtig kalt werden, da schau ich mir meine No.1 dann in Ruhe an.

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